"Das Sichtbare ins Unsichtbare malen"

Christa Willems: Lichtblicke.

 


Scorpion im Hellen


Ich bin nie allein.

Christa Willems- eine beeindruckende Begegnung.
Am Grengel, St. Anno Str.6, im ehemaligen Geschäftshaus des Lebensmittelgeschäfts Willems, wohnt eine außergewöhnliche Künstlerin. Mit diesen eher spärlichen Informationen besuchte PorzGrengel.de die Malerin Christa Willems. Die Fünfundvierzigjährige spricht mit einer weichen, akzentuierten Stimme, sie strahlt Ruhe und Konstanz aus. Sie erzählt von ihrer Jugend, der Ausbildung in einer Kölner Schwerhörigenschule und der bereits dort vorhandenen Liebe zur Malerei. Eher beiläufig erwähnt sie, dass sie unter dem sog. Usher- Syndrom leidet, einer fortschreitenden Beeinträchtigung des Hör- und Sehvermögens. Im finalen Stadium kann es bis zur

völligen Erblindung führen. "Meine Zeit als Malerein ist also begrenzt" fügt sie emotionslos hinzu," ich male solange ich es noch kann"
 
Die Kreativhandwerkerin.
Christa Willems ist gelernte Modistin und hat diesen Beruf lange Zeit ausgeübt. "Als dann aber die Serienproduktion von immer gleichen Modellen eingeführt wurde, habe ich den Beruf aufgegeben", sagt sie, "Handwerk ohne Kreativität ist für mich undenkbar". 
Dann gründete sie auf der St. Anno Straße den im ganzen Grengel bekannten Second- hand- Kinderladen  Nach der Geburt ihrer Tochter wandelte sie das Geschäft in eine Kinderboutique mit vornehmlich Markenklamotten um.

Das "Comeing out"
Im Jahre 1995 ereilte sie ein weiterer Schicksalsschlag. Bei einem Autounfall wurde sie so sehr verletzt, dass sie zunächst an den Rollstuhl gefesselt war. Mit Geduld und Fleiß überwand sie den Rollstuhl und kann sich wieder frei in ihrer Wohnung bewegen. Sie schloss sich dem Kölner Künstlerverein "Malerwinkel e.V". an, der über Räumlichkeiten im Rheinpark verfügt. Hier nahm sie im letzten Jahr zusammen mit zwei anderen Kunstschaffenden an einer Vernissage des Vereins teil und konnte einige ihrer Bilder verkaufen. Ihre erste große Einzelausstellung hatte sie im Altenberger Hof in Nippes. Bald wird sie auch in Porz ausstellen


Stärke und Gemeinsamkeit.


Mein Tisch.


Toskanische Fantasie.

Der Kölner Maler Günther Limburg über Christa Willems:
Die Künstlerin mag die Dunkelheit nicht. Aus diesem Grund wird es nicht verwundern, dass Christa Willems besonderen Wert darauf legt, ausgesprochen lichte Bilder zu malen. Auch wenn, analog zum Leben, ab und an dunklere Farben einfließen mögen, so behalten die hellen Aspekte im Werk der Porzerin immer die Überhand - symbolisch für den Optimismus und die Lebensfreude die von der Person, und demzufolge auch von ihren Bildern ausgeht.
Naturalistische Landschaften, Stilleben und Blumenbilder waren die ersten Ausgangspunkte der Malerin. 

Während eines ihrer künstler- ischen Auslandsaufenthalte auf lbiza im Jahre 2000, entdeckte Christa Willems ihre Neigung Menschen zu malen. Sie erweiterte somit nicht nur ihre motivische Palette, sondern fand darüber hinaus erste Ansätze einer Öffnung zu modernistischeren Tendenzen. Ihre überwiegende Konzentration auf die Kunst datiert auf das Jahr 1995. Seitdem ist die Malerei in das Zentrum ihres Lebens gerückt Christa Willems entwickelt ihre eigenen stilistischen Prägungen seit 1999 in meinem Atelier fortlaufend weiter und beginnt mit dem Jahr 2001 ihren ersten Ausstellungszyklus.
Christa Willems über Christa Willems
" Ich male als Christa Willems und nicht als behinderte Christa Willems", sagt sie mit überzeugender Stimme. "Ich gehe ganz bewusst bis an meine Grenzen, etwa wie Sportler dies tun, mit dem Ziel meine Grenzen immer wieder zu überschreiten." Als ich wissen will, auf welche Weise sie ihre Motive findet kommt eine unerwartete Antwort: "Ich suche nicht das Motiv, das Motiv sucht eher mich, die Malerin. Unbekanntes, Unsichtbares ist für mich wie Magie, das von mir gemalt werden möchte". "Mich inspiriert nicht, wie die Dinge sind, sondern was ich sehe. Zum Beispiel Licht, Schatten, Farbe ; ich versuche 
das Sichtbare ins Unsichtbare zu

malen. Ich male Wärme, Hoffnung, Liebe, Treue, Stärke und Gemeinsamkeit, immer wieder gehe ich an eine Grenze - überschreite sie- und male zum Beispiel das ewige Leben. . . . ."

Christa Willems Ausstellung:
Rehanova - Zentrum Std.Krankenanstalten Mehrheim bis 30.1.06 tägl. v. 10:00- 18:00 Uhr
Kontakt:
Christa u. Hans- Peter Willems
St. Anno- Str. 6
51147 Köln (Porz- Grengel)
Tel.:02203 291725
Internet:
www.christa-willems-lichtblicke.de


Das ewige Leben.

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