Dr. Karl Daniel

Ein Porzer Klang ging um die Welt.

1938 gründete Dr. Karl Daniel das TEFI- Werk Porz


Büro- und Fertigungsgebäude Kölner Str. 8-12 in Porz

Tefi Radio M 541 mit eingebautem "Heimsender"

Eines der insgesamt 75 Weltpatente Daniels, der Schallbandspieler Tefi HS

Beeinduckenden Klang: Musikschrank "Gabriela" Nachfolgemodell "Juanita" sogar in Stereo.

Tefi "Holiday" Inbegriff von Fortschritt und Luxus der 60er Jahre mit "Heimsender" und "ewiger Batterie"

Tefifon- ein neues System aus Porz.

In den Jahren 1950 bis 1962 erregte auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik ein Tonträgersystem großes Aufsehen welches die bis dahin bekannte Schallplatte abzulösen schien. Es bestand aus einem Endlos- Schallband, welches in einer Kassette untergebracht war. Das Band  wurde von einer Nadel abgetastet.

Tefi, das Rezept gegen die "raue Rille"
Die damaligen Schallplatten mit einer Drehzahl von 78 Upm und einem Durchmesser von 30 cm hatten eine Spieldauer von 4-5 Minuten. Es war die Zeit der "rauen Rille", die Schellackplatten hatten einen krächzenden Klang und waren sowohl in Qualität wie in Spieldauer den TEFI- Bändern deutlich unterlegen. TEFI verwendete auf seinen Venylbändern bereits die Mikroschrift, eine Technik die später der LP zum Welterfolg verhelfen sollte. Mit den TEFI- Schallband- Geräten ließen sich Spieldauern von mehr als 4 Stunden erreichen. Damit war es möglich ganze Symphonien, Opern und Operetten in einem Zug und ohne lästigen Plattenwechsel wiederzugeben. TEFI produzierte nicht nur das Bandgerät, es wurden in Porz Musikschränke, Kofferradios, später sogar riesige Fernseh- Rundfunk- Schallbandspieler- Kombinationen gebaut. Sogar Musikboxen für Gaststätten und Tanzlokale mit den schillernden Namen "Tefimat" und "Rio Musiksender" verließen das Werk an der Kölner Straße.
Vom Anrufbeantworter zur Multimedia.
Karl Daniel wurde am 22 Februar 1905 in Jünkerath Kreis Daun / Eifel geboren. Er studierte an der Hochschule Gießen- Friedberg Maschinenbau und Elektrotechnik und promovierte später zum Dr. rer. pol. In den dreißiger Jahren befasste er sich mit der Entwicklung eines Telefon- Anrufbeantworters welcher sich jedoch wegen der restriktiven Zulassungspolitik der Reichspost nicht vermarkten ließ. Der Entwicklungsflop gab dem späteren Tefifon allerdings den Namen, die Silbe Te steht für Telefon, die Silbe fi für Film, und phon für Stimme oder Ton. Auf der Funkausstellung 1936 in Berlin stellte er ein Schallbandgerät mit 100 m Bandlänge und einer Gesamtspieldauer von 24 Stunden Sprache oder 12 Stunden Musik, das "Tefiphon" (noch mit "ph") vor. Außerdem brachte Daniel das Teficord heraus ein Gerät welches der "frontnahen Unterhaltung" diente und wenig später den TEFI- Projektor ein kombiniertes Ton- Bild Gerät zur automatischen Reproduktion von Tonbildschauen für Lehranstalten. Für die Rückflug- Orientierung der Luftwaffe baute Daniel einen Sprachkennungsgeber der den Kampffliegern die Richtung nicht mit Morsezeichen, sondern mit den gesprochenen Text einer deutschen Schauspielerin wies und damit absolut fälschungssicher war.
Porz wird Wahlheimat des Tefifons.
Das Werk in Porz wurde im Krieg, genau wie die Produktion in Berlin zum großen Teil zerstört. Der besonderen Fürsprache des damaligen Bundeskanzlers Adenauer verdankte Daniel es, von der geplanten Demontage der Werke durch die Briten verschont zu bleiben.
TEFI produzierte jetzt nur noch in Porz. Zunächst Kleinradios, den TEFI- Zwerg mit Wehrmachtsröhren, Colonia I und II, letzterer bereits mit UKW und dann Musikschränke und Radio- Fernseh- Kombinationen natürlich mit Schallbandspieler, dem TEFI "Heimsender".
Dr. Karl Daniel, eine einzigartige Unternehmerpersönlichkeit.
Die Person Dr. Karl Daniel hat auch in ganz anderer Hinsicht Bedeutung. Basierend auf seinen Ideen wurden Arbeitsplätze für viele hundert Menschen geschaffen. Dr. Daniel gehört zu den großen Unternehmern Kölns, die nicht nur bedeutende Innovationen hervorbrachten, sondern darauf gründend größere Betriebsstätten errichteten. Sein sozialreformerisches Engagement führte u. a. dazu, dass im Werk Porz auch Mädchen im Rundfunk- und Fernsehtechniker- Handwerk ausgebildet wurden. 1976 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Dr. Daniel verdient es sicherlich, dass man in Porz eine Straße nach ihm benennt. . . . 

Weitergehende Informationen über das Tefifon liefert das empfehlenswerte Buch von Herbert Jüttemann: Das Tefifon, Freudlieb Verlag Historische Technikliteratur.

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