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Am Tunnelportal West fand die Übung statt.
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Manöverkritik der Bereitschaften.

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Perfekte Vorsorge für alle "Bedürfnisse".

Verpuffung im ICE Tunnel,
20 Verletzte!
Rettungsdienste probten "Hängen im Schacht".

(EB 4/2006)  
Samstag, 7. April, am Grengel herrscht Wochenendsimmung. Hundebesitzer flanieren durch den Park, fleißige Hausfrauen putzen, Frühjahrsbestellung in den Gärten. Gegen 10 Uhr schrillt ein Marinshorn. Am Grengel eigentlich nichts Aufregendes, immer wieder gibt es Unfälle auf der Autobahn. Aber diesmal müsste Außergewöhnliches passiert sein, denn im Fünfminutentakt rasen Rettungswagen durch den Grengel.

Alle Fahrzeuge haben nur ein Ziel, das Westportal des ICE- Tunnels, welches nach Unterquerung der Autobahn die Strecke in offener Einschnittslage freigibt. Hier haben sich ca 20 Rettungsfahrzeuge versammelt. Die Arbeiter- Samariter, die Johanniter, die Berufsfeuerwehr Köln mit zahlreichen Rettungszügen und Bussen. Rettungssanitäter und Feuerwehrleute in ihren martialischen Schutzanzügen, wohl mindestens 80 Personen in reger, aber nicht aufgeregter Betriebsamkeit.
Was ist passiert?
"Hier findet eine Katatrophenübung statt", sagt mir ein Feuerwehrmann, während er ein Notstromaggeriat startet. "Wir nehmen eine Verpuffung im ICE- Tunnel an, mit etwa 20 verletzten Personen", fügt er hastig hinzu. Den Rest seiner Erklärung verschluckt der Lärm des Stromerzeugers. Ich schaue mich um und-- wo vor Minuten noch eine freie Fläche war, steht plötzlich ein riesiges Zelt. Alle Achtung, das nenne ich Präzision und Schnelligkeit!
Alles geht mit unglaublicher Perfektion vonstatten. Bergung, Versorgung, Transport, ja sogar ein Team zur psychosozialen Versorgung der angenommenen Unfallopfer ist zur Stelle. Eine Camerafrau des WDR filmt akribisch das Geschehen.
Eine gute Stunde später ist der "Spuk" vorbei. Die Bereitschaften der einzelnen Rettungsteams treffen sich zur "Manöverkritik". Ob sie wohl mit ihren Leistungen zufrieden sind? Die Vorstellung eines richtigen Unfalls im ICE- Tunnel, womöglich mit Explosion und Feuer, lässt mich etwas erschaudern. Ob im wirklichen Erstfall auch alles so präzise ablaufen würde? Was ich gerade gesehen habe lässt es mich wenigstens hoffen.