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Brief vom Nubbel an Grengel.de
Ich schreibe Dir vom Ende der Welt. Ich, der Nubbel, der Paijas, der Zacheies, der Hoppeditz. Deine Visitenkarte, die Du an Weiberfastnacht der Rothaarigen zugeschoben hast, hat die einfach liegen lassen. Ich habe mir die Karte genommen und die Adresse auswendig gelernt. Ich wurde ja am Karnevalsdienstag verbrannt; die Karte wäre glatt mit verbrannt.
Ich bin jetzt bis zum 11 November tot. Nein, ich bin eigentlich untot. Ich bin tot um wieder zu leben.
Ich weis nicht wo ich bin. Ich weis nicht einmal, ob der Ort, an dem ich mich befinde, auf der Erde ist.
Um mich herum, Graf Dracula, das Ungeheuer von Loch Ness, der Dritte Mann, Winnetou und Old Shatterhand. Graf Dracula macht immer wieder Urlaub in Transsilvanien, um Blut zu tanken. Er war so nett und hat diesen Brief dort eingeworfen.
Angeblich bin ich an Allem schuld. An den durchgesoffenen Nächten, den amourösen Abenteuern, den Pöbeleinen und Prügeleien. Dabei habe ich doch gar nichts gemacht. Still habe ich vom 11. im 11. bis Karnevalsdienstag in meiner Kneipe gesessen, mein Kölsch getrunken und die eine oder andere Frikadelle gegessen. Einen friedlicheren Menschen wie mich, kann man sich doch gar nicht vorstellen. Aber immer am Abend des Karnevalsdienstag, fällt diesen verrückten Karnevalisten nichts Besseres ein, als mich für ihren ganzen Unsinn verantwortlich zu machen.

 


Klar, dass ich mal wieder verbrannt werde. Den ganzen Quatsch haben die Juden des alten Testaments erfunden. Diese Sündenbocknummer, schwachsinnig, aber noch immer beliebt.
Ich will mich nicht beschweren. Eigentlich ist das ganz knuffig hier. Winnetou erzählt schon mal Storys aus dem Wilden Westen, Graf Dracula hat tolle Weibergeschichten drauf und der Dritte Mann fabuliert spannende Räuberpistolen. Das Ungeheuer von Loch Ness hat es so gerne, wenn man es krauelt. Ein bisschen unangenehm ist der Old Shatterhand. Andauernd fuchtelt er mit seinem Henrystutzen rum und will die Welt retten. Die spinnen, die Amis.
Ich weis nicht, wie alt ich bin. Interessiert mich auch nicht. Da ich jedes Jahr einmal sterbe, spielt das ja auch keine Rolle. Außerdem brauche ich nichts für meine Gesundheit zu tun.
Die Tage kam Jesus vorbei. Ein Riesenbahnhof, sage ich Dir. Engel, Heilige, Ursula und die elftausend Jungfrauen, fast wie Rosenmontag. Stell Dir vor, der Jesus kannte mich sogar. So was Ähnliches wie mit mir, sagte er, habe man mit ihm auch gemacht. Das hat mich enorm getröstet.
Machts gut, und bis zum 11. November.
Halleluja und Alaaf:

Nubbel
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