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Vom Wiesenweg in die neue Welt.

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Inge bei Nachbars Ziegen am Grengel
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The american Lady
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Die erfolgreiche Unternehmerin
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Blick zurück über ein bewegtes Leben
Bildrechte bei Roland Perreault

Vom Grengeler Barackenmädchen zur Weltbürgerin.

Der Weg der Inge Bose.

(EB 3/2010)
Sie hieß Inge Windelschmidt, als sie 1947 im Wahner Krankenhaus als uneheliches Kind geboren wurde. Unehelich geboren zu sein hatte damals, auch am liberalen Grengel, einen erheblichen Makel, den man sie in der Nachbarschaft, bei Lehrern, ja sogar Seelsorgern spüren ließ. Ihr Vater, der Malermeister Albert Bose, baute mitten in der Einöde am heutigen Wiesenweg ein "Behelfsheim", (Bild oben) in der die kleine Inge ihre ersten Lebensjahre verbrachte. Aus dem Behelfsheim wurde später ein prächtiges Einfamilienhaus.

Aus Windelschmidt wurde Bose.
"Schon im Alter von 4 Jahren", sagt Inge Bose, "verspürte ich einen unbändigen Drang den ärmlichen Wohnsitz am Grengel zu verlassen". Als sie 12 Jahre alt war, adoptierte Albert Bose seine Tochter und aus Inge Windelschmidt wurde Inge Bose. Ihr Drang in die Welt bestimmte auch ihre Berufswahl, sie studierte Sprachen, wurde Dolmetscherin und arbeitete bei Gerling Globale in Köln. Als Gerling Globale 1969 eine Dolmetscherin für ihre Filiale in New York suchte, handelt Inge Bose entschlossen. Sie wagte den Weg in die Neue Welt.

The american Lady.
In Manhattan traf sie ihren Mann, den Fotografen Roland Perreault und heiratete. "Das war eine tolle Zeit, damals in Manhattan", sagt Inge Bose, "ich beteiligte mich an den Vietnam- Demonstrationen im Central Park, war auf zahlreichen Anti- Kriegs- Konzerten und in der Frauenbewegung". Ihr weiterer Weg führte sie nach Chicago, wo sie in Kanzleien von Patentanwälten arbeitete. Inge Bose, jetzt Inge Perreault, bekam zwei Söhne, arbeitete weiterhin als Dolmetscherin von zuhause aus, wimete sich dem Studium der Psychologie und wurde US- amerikanische Staatsbürgerin.

SOLARWORKS Inc.
"Eine Inge Bose vom Grengel hält es auf Dauer in Küche und Heim nicht aus", sagt sie, "ich erinnerte mich, was ich als Kind und junge Frau meinem Vater beim Bauen abgeschaut hatte." Entschlossen trat sie in dessen Fußstapfen und gründete 1982 eine Firma für passive Sonnenhäuser mit den Namen SOLARWORKS Inc. Zwanzig Jahre führte sie diese Firma mit großem Erfolg. Eine Erkrankung riss sie aus dem blühenden Baugeschäft heraus und sie zog sich wieder nach New Jersey zurück. Dort und in ihrem Ferienhaus auf West Island (Massachusetts) verfasste sie hunderte von Artikeln für Zeitschriften und Magazine und drei Bücher. Darunter das autobiografische Werk "The birth of a Tumbleweed" welches in USA außerordentlich erfolgreich wurde und immer noch in der ganzen Welt gelesen wird.

Neue Heimat Azoren.
Vor vier Jahren machten Inge und Roland Perreault eine Reise auf die Azoren. Die Insel Sao Miguel gefiel ihnen so gut, dass sie sich entschlossen in eine über 200 Jahre alte Quinta mit dicken Wänden zu ziehen. Eine Festung mitten im Ozean für eine umtriebige Grengelerin. Natürlich lernte Inge sofort die portugisische Sprache und ist heute eine angesehen Person auf der Insel. "Sao Miguel", sagt sie, "ist einfach eine ideale Kombination von Tradition und Lebensstiel vergangener Jahrhunderte, wie sie in Verbindung mit den 21 Jahrhundert selten zu finden ist." Inge Perreault ist aber noch immer rastlos. In der Hauptstadt Porta Delgada lehrt sie englische Konversation an verschiedenen Bildungseinrichtungen.

Kämpferisch bis heute.
Als der leckgeschlagene Öltanker Bouchard die Amerikaner mit hunderttausenden Litern Heizöl an den Küsten "beglückte", gründete Inge Perreault spontan die Organisation "Clean Power Now". Sie initiierte zahlreiche Aktionen und ihre Vorträge waren auch an der University of Massachusetts gefragt.
Obwohl sie heute gesundheitlich hart angeschlagen ist, ist der kämpferische Geist des einstigen "Barackenmädchens vom Grengel" geblieben. "Das Leben in den Vereinigten Staaten von Kalifornien bis Maine", sagt sie, "ist nicht mehr wie es war und wird auch sicher nicht wieder so werden. Jede Weltmacht scheint immer die gleichen Fehler zu machen. Gier und Korruption sind einfach mit einer guten Demokratie nicht zu vereinbaren."

Weiteres über Inge Bose unter: www.ingeperreault.eu